Rund um Schlitz

Sobald Sie aus der Tür treten, stehen Sie mitten im histo­ri­schen Herz von Schlitz. Kopf­stein­pflas­ter, Fach­werk, der leise plät­schernde Brun­nen – hier beginnt Ihr Rund­gang durch die roman­ti­sche Burgen­stadt. Für den ersten Über­blick folgen Sie einfach dem beschil­der­ten histo­ri­schen Stadt­rund­gang. Dieser umfasst 33 Statio­nen. Star­ten Sie bei der 9b, dem Brun­nen auf dem Markt­platz, oder gehen Sie ein paar Schritte zur Station 1, der Stadt­kir­che. Wenn Sie Tipps, Prospekte oder eine Stadt­füh­rung möch­ten, schauen Sie bei der Tourist-Infor­ma­tion im Rathaus vorbei – von Markt­platz 6 sind Sie in ein, zwei Minu­ten dort.

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Foto: Tilman2007CC BY-SA 4.0

Titel: „Schlitz, Markt­platz 3, 4, 5, 6–20160504-001“ · Quelle: Wiki­me­dia Commons · Urhe­ber: Tilman2007 · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Ände­run­gen: Zuschnitt
Der Markt­platz. Links der Brun­nen, rechts erkennst du unser Haus an seinem unver­wech­sel­ba­rem Dach­gie­bel.

Altstadt & Burgen

Einst waren Vorder‑, Hinter‑, Otto- und Schlach­ten­burg eng in die Stadt­mauer einge­bun­den und bilde­ten einen Burgen­ring, der zusätz­lich durch eine Wasser­gra­ben geschütz war. Heute betre­ten Sie die Altstadt durch das Ober­tor, wo die Fach­werk­häu­ser schein­bar die Mauer hinauf­klet­tern. Die Vorder­burg beher­bergt heute das Burg­mu­seum – der ideale Start­punkt, wenn Sie sich einen Über­blick über die bewegte Geschichte der Stadt verschaf­fen möch­ten. Unter­wegs laden kleine Plätze und Gassen zu Fotos und kurzen Pausen ein.

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Der 36 Meter hohe Hinter­turm wurde 1572 in seiner heuti­gen Form voll­endet.
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Das ist das Hinter­bur­ger Amts­haus ist durch eine Holz­brü­cke mit dem Hinter­turm verbun­den.
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Auf den Hinter­turm gelangst du bequem über einen Aufzug.
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Foto: Eva K. — CC BY-NC-ND 3.0 (US)

Titel: „Schlitz vom Hinter­turm 1“ · Quelle: Wiki­me­dia Commons · Urhe­ber: Eva K. · Lizenz: CC BY-NC-ND 3.0 Ände­run­gen: Zuschnitt
Von oben genießt du einen fantas­ti­schen Blick über Schlitz und das Schlitz­er­land.
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Die benach­barte Hinter­burg ist ein Renais­sance­bau, der 1565 fertig­ge­stellt und 1647 umge­stal­tet wurde.
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Dabei erhielt sie den acht­ecki­gen Trep­pen­turm mit baro­cker Schie­fer­kup­pel.
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Neben der Stadt­kir­che liegen die eins­ti­gen Stal­lun­gen – im Hinter­grund grüßt der Dach­first der Vorder­burg.
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Ein paar Schritte weiter wird auch der Turm der Vorder­burg sicht­bar.
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Nach einem Aufstieg über altes Kopf­stein­pflas­ter nährst du dich der Vorder­burg.
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Einige Fach­werk­häu­ser schmü­cken ihre Fassa­den mit kunst­voll profi­lier­ten Wands­chin­deln – Wetter­schutz und Zierde zugleich.
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Der Burgen­ring aus der Luft: 1. Vorder­burg, 2. Hinter­burg, 3. Schlach­ten­burg, 4. Otto­burg. Auch unser Haus ist zu sehen. Findest Du es?
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Zwischen Ziegel­dä­chern und Fach­werk – die steile Altstadt­gasse von Schlitz führt wie ein Trich­ter hinab ins Zentrum.
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An der Mauer des ehema­li­gen Brau­er­rei-Gelän­des.

Schloss Hallenburg & Musik

Etwas außer­halb des Burgen­rings erhebt sich das spät­ba­ro­cke Schloss Hallen­burg, umge­ben von einem male­ri­schen Schloss­park. Heute hat hier die Landes­mu­sik­aka­de­mie Hessen ihr Zuhause. Häufig hören Sie schon auf dem Weg dort­hin Proben­klänge; Konzerte und Kurse brin­gen Leben ins Schloss.

Von zwei großen Bäumen auf beiden Seiten gesäumt und mit blauem Himmel im Hintergrund, erhebt sich ein mehrstöckiges, leuchtend gelbes Barockes Gebäude.
Gerad­li­nige Garten­achse führt durch grüne Hecken zum Portal des Baro­cken Schlos­ses. (Foto: Burgen­stadt Schlitz)

Kirchen

Die Evan­ge­li­sche Stadt­kir­che – schon 812 geweiht – ist eines der ältes­ten stei­ner­nen Zeug­nisse außer­halb des Fuldaer Klos­ter­be­zirks und liegt in mitten des Burgen­rings. Außen markant, innen wohl­tu­end schlicht, erzählt sie mit jedem Stein von Umbau­ten zwischen Roma­nik und Gotik.

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Weit­hin sicht­bar: der spitze Turm der Stadt­kir­che.
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Die Stadt­kir­che hat roma­ni­sche Rund- und goti­sche Spitz­bö­gen.
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Apsis, spit­zer Schie­fer­turm und alten Linden.
Schlitzer Stadtkirche mit runder Apsis; Blick über eine Treppe auf den Kopfsteinpflaster-Kirchplatz, umgeben von restaurierten Fachwerkhäusern.
Verwin­kel­ter Kirch­platz mit Treppe.

Ein zehn­mi­nü­ti­ger Spazier­gang führt Sie zur katho­li­schen Kirche Christ­kö­nig auf der Hall – ein kühner, zelt­för­mi­ger Bau von 1963 mit einer hervor­ra­gen­der Akus­tik. Wenn Sie Lust auf eine längere Wande­rung haben, ist Fraurom­bach ein lohnen­des Ziel: In der Dorf­kir­che finden Sie einen selte­nen, farb­kräf­ti­gen Wand­ma­le­rei-Zyklus aus dem 14. Jahr­hun­dert – echte Mittel­al­ter­ma­gie.

Genuss & Handwerk

Schlitz schmeckt regio­nal. Bei der Schlit­zer Korn- & Edel­obst­bren­ne­rei können Sie Korn, Whisky, Gin oder Obst­brände probie­ren – am besten bei einer Führung, die Sie durch die Geschichte der ältes­ten Bren­ne­rei­ma­nu­fak­tur Deutsch­lands führt. Immer donners­tags ab 13 Uhr verwan­delt der Wochen­markt am alten Schul­hof die Stadt in eine kleine Genuss­meile: Brot, Wurst, Honig, Käse – genau rich­tig, um den Pick­nick­korb zu füllen.

Für frische Bröt­chen am Morgen schlen­dern Sie zur Bäcke­rei Happ (Bahn­hof­straße 23) – vom Markt­platz keine fünf Minu­ten entfernt. Typisch hessi­sches bei Happ: Apfel­wein-Sahne­schnitte, zur Faschings­zeit Kräp­pel und im Spät­som­mer Zwetsch­ge­n­ku­chen – geba­cken mit Mehl aus der Schlit­zer Hehr­mühle.

Wenn Mittags oder Abends der Hunger ruft, sind Sie im Nu da: Direkt am Markt­platz wartet die Pizze­ria Marghe­rita mit Klas­si­kern aus dem Ofen und an der Bahn­hof­straße serviert auch La Gondola italie­ni­sche Küche. Am Burgen­ring sitzen Sie im Brau­stüb­chen gemüt­lich bei defti­gem Essen. Für die süße Pause schlen­dern Sie zum Eiscafé Ross­ano in der Günther­gasse – ideal für ein Eis oder Cappuc­cino zwischen­durch. Planen Sie einen Abste­cher an die Fulda, kehren Sie im Orts­teil Pfordt im Land­gast­hof Porta ein – rusti­kal, herz­lich, lecker.

Wochenmarktstand mit Holzsteigen voller buntem Gemüse – Tomaten, Auberginen, Radieschen, Paprika, Zwiebeln und Kartoffeln – dazu kleine Tafeln mit Euro-Preisen.

Hessische Spezialitäten

Probie­ren Sie unbe­dingt Ahle Wurscht (luft­ge­reifte nord­hes­si­sche Rohwurst), Hand­käs’ mit Musik (mit Zwie­bel-Mari­nade) und – je nach Karte – die berühmte Frank­fur­ter Grüne Soße aus sieben frischen Kräu­tern. Dazu passt Apfel­wein aus dem „Geripp­ten“. Achten Sie auf saiso­nale Ange­bote und regio­nale Erzeu­ger – hier schmeckt’s am besten.

Natur & Draußen

Rund um die Altstadt begin­nen Auen, Wiesen und Misch­wäl­der – ideal für Spazier­gänge vor dem Abend­essen. Wenn Sie baden möch­ten, fahren oder radeln Sie zum Pford­ter See: Liege­wie­sen, flacher Einstieg, je nach Saison Bade­auf­sicht und regel­mä­ßig geprüfte Wasser­qua­li­tät.

Radfans haben die Qual der Wahl: Schlitz ist der nörd­li­che Endpunkt des Vulkan­rad­wegs – eine ehema­lige Bahn­trasse mit feinem Asphalt, die von Alten­stadt-Höchst bis in die Burgen­stadt führt. Dane­ben laden der Fulda-Radweg R1 und der Bahn­Rad­weg Hessen zu Touren durch Auen, Wälder und Vulkan­kup­pen ein. Einstiegs­punkte sind rund um die Altstadt schnell erreicht – die Beschil­de­rung ist durch­ge­hend, die Wege­qua­li­tät hoch (weit­ge­hend asphal­tiert). Für die Detail­pla­nung hilft der Radrou­ten­pla­ner Hessen.

Prak­tisch fürs Höhen­me­ter-Sparen: Der Vogels­ber­ger Vulkan-Express fährt von Mai bis Okto­ber an Wochen­en­den und Feier­ta­gen (RMV-Tarif), die Fahr­rad­mit­nahme im Anhän­ger ist kosten­los – Verla­dung an markier­ten Halte­stel­len, Kapa­zi­tät begrenzt. Empfeh­lung für Schlitz: Linie VB-90 (Stre­cken­info, lokale Hinweise, Fahr­pläne): Sie verläuft zwischen Schlitz und Stock­heim entlang des Vulkan­rad­wegs – ideal, um sich z. B. bis Hartmannshain/Gedern shut­teln zu lassen und anschlie­ßend leicht bergab zurück nach Schlitz zu rollen.

Zu Fuß wird’s beson­ders still: Unter Wandern im Schlitz­er­land finden Sie Touren­vor­schläge. Direkt ab der Altstadt führen beschil­derte Rund­wege auf Tempel­berg und Jung­holz­berg (ca. 3,5–10 km) – ideal vom Familien‑Spaziergang bis zur Halb­ta­ges­tour. Ein Kultur‑Highlight ist die Fraurom­bach­tour (ca. 13 km) zum Kirch­lein mit mittel­al­ter­li­chen Male­reien.

Für den Perspek­tiv­wech­sel aufs Wasser: Mit dem Kanu auf Fulda und Schlitz glei­ten Sie vorbei an rena­tu­rier­ten Altarmen und Stor­chen­nes­tern, durch arten­rei­che Auen – teils in Natur­schutz­ge­bie­ten. Viele unse­rer Feri­en­gäste schwär­men von diesem Natur­er­leb­nis. Die Fulda beglei­tet das Schlitz­er­land auf rund 29 km; Ein- und Ausstieg gelin­gen bequem an den beschil­der­ten Kanu­an­le­ge­stel­len in Hemmen, Üllers­hau­sen, Pfordt, Rimbach und Sand­l­ofs.

Hoch zu Ross durch Auen und Misch­wäl­der: Unter Reiten im Schlitz­er­land finden Sie Anlauf­stel­len für Unter­richt und Events (Reit- und Fahr­ver­ein Schlitz) sowie Tipps fürs Wander­rei­ten im Natur­park Hoher Vogels­berg – perfekt für gemüt­li­che Ausritte mit Burgen­ku­lisse.

Rund um Schlitz finden Sie viel­fäl­tige Angel­mög­lich­kei­ten an Schlitz und Fulda sowie am Pford­t­ner See. Eine kleine Auswahl an Angel­zu­be­hör und frischen Ködern bekom­men Sie im Blumen­la­den „floreo“, Bahn­hof­straße 4. Infor­ma­tio­nen zu den recht­li­chen Angel­be­din­gun­gen finden Sie auf der Website des Schlit­zer Sport­fi­sche­rei­ver­eins. Erlaub­nis­scheine (Gewäs­ser­kar­ten) bekom­men Sie an der Shell-Tank­stelle in Schlitz-Hutz­dorf, Bahn­hof­straße 41.

Mais­la­by­rinth in Dirlos, Kohle­ser Hof – Rund 30 km entfernt von Schlitz wartet ein fami­li­en­freund­li­ches Irrgar­ten-Aben­teuer im Mais mit Extras wie Stroh­hüpf­burg, Mais­kör­ner­bad, Bauern­hof­tie­ren, Imbiss und großer Spiel- & Liege­wiese. Saison, Termine & Öffnungs­zei­ten vari­ie­ren – aktu­elle Infos finden Sie direkt auf der Website des Kohle­ser Hofs; Eindrü­cke und kurz­fris­tige Hinweise gibt’s zudem auf Insta­gram und Face­book.

Tagesausflug nach Fulda

Mit dem Bus 591 kommen Sie bequem nach Fulda und zurück; werk­tags fährt er regel­mä­ßig, am Wochen­ende teil­weise als Anruf-Lini­en­taxi (abge­kürzt ALT).

Saisonhöhepunkte

Zwei Termine soll­ten Sie sich merken: Im Juli findet in unge­ra­den Jahren das Schlit­zer­län­der Trach­ten­fest statt – inter­na­tio­nale Folk­lore, Umzüge, Bühnen, Feuer­werk. Und in der Advents­zeit erle­ben Sie die Burgen­weih­nacht rund um den illu­mi­nier­ten Hinter­turm – stim­mungs­voll, duftend nach Gewür­zen und Tannen­grün, Weih­nachts­markt und Glüh­wein direkt vor Ihrer Haus­tür am Markt­platz.

Foto: Heimat- und Trach­ten­fest­ver­ein Schlitz­er­land e.V.
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